Kennst du dieses Bild?

Vincent van Gogh wartet 1888 sehnsüchtig auf seinen Malerkollegen Paul Gauguin. Dieser, hofft van Gogh, wird ihm bald der Freund und Malerkollege sein nach dem er sich schon so lange gesehnt hat – jemand der ihn verstehen kann, seine Leidenschaft für die Malerei teilt und seine Art zu leben respektiert.
In großer Vorfreude malt van Gogh ein Sonnenblumenbild nach dem anderen und dekoriert mit diesen Gauguins zukünftiges Zimmer. – Doch alles kommt anders und endet in einer Tragödie, die ihm erst sein Ohr, dann fast seinen Verstand und schließlich sein Leben kostet.
Um diesen letzten Teil von van Goghs Leben ranken sich viele bizarre Legenden. Besonders „die Geschichte mit dem Ohr“ hat es vielen angetan. Das digitale Archiv im van Gogh Museum in Amsterdam bietet einem die Möglichkeit dem Wahrheitsgehalt dieser Legenden auf dem Grund zu gehen. Doch eigentlich sind van Goghs Überlegungen über Farbe, die Natur und das Leben soviel spannender – Geschrieben in seinem so tiefgründig und liebevollen Briefwechsel mit seinem Bruder Theo. (Vielfach als Buch erhältlich – ein Geheimtipp!)

Doch erst einmal zum digitalen Angebot des van Gogh Museums

Das van Gogh Museum hat eine große Auswahl an Grafiken und Gemälden für uns digitalisiert. Ebenso einen Großteil des Briefwechsels zwischen van Gogh und seinem Bruder Theo in englischer Sprache. Eine Fundgrube! Mehrere Module geben Einblick in seine Biografie und sogar ganze Bücher werden als kostenlose pdf-Datei angeboten.

Hier wollen wir uns auf van Goghs Zeichnungen konzentrieren:

Die Bilder sind, wie du erkennen kannst, in drei Zeiträume eingeteilt, die wiederum van Goghs Entwicklung als Künstler zeigen:

Die frühe Phase – Klick auf das Bild.
Die Zeit in Paris – Klick auf das Bild.
Die späte Phase in Südfrankreich (Hier wartet er auf Gauguin.) – Klick auf das Bild.

Welche Motive prägen die jeweiligen Zeiträume? Kannst du dir diese Entwicklung durch Veränderungen in van Goghs Leben erklären?

Wie verändert sich die Darstellungsart, die Farben, der Strich?

Klicke auf die Übersichten und gehe auf die Suche nach deinem Lieblingsbild.

Wenn man die Natur wahrhaft liebt, so wird man überall Schönheit finden.

van Gogh

Anregung zum eigenen Arbeiten

Finde ein Ding, eine Szene – etwas, was du in völliger Ruhe zunächst betrachtest – und zeichne diese/s dann mit Konzentration und Achtsamkeit.

Befrage das, was du da zeichnest: Was bist du? Was stellst du dar? Was ist dein Wesen? – es geht um „das Innere“, nicht „die Hülle“. Das bedeutet, wenn du dich nur auf die Darstellung konzentrierst, wie sich bspw. das Licht auf der Oberfläche verhält, tastest du die „Hülle“ ab, nicht das „Wesen“ – das was van Gogh interessiert.

Van Gogh scheint dies – die Darstellung des Wesentlichen – oft meisterlich geglückt zu sein. Könnte das einer der Gründe sein, warum so viele Menschen van Goghs Bilder weltweit geradezu verehren? Was denkst du?

Man sagt, die eigentliche Faszination der Gemälde vermittelt sich erst, wenn man einmal selbst davor steht. – Dieser Satz kommt in den Sinn, als mir beim Recherchieren für diesen Beitrag folgende Tagebuchseite beim Scrollen begegnet:

Das erinnert mich wiederum an meinen „ersten van Gogh“. Wir besuchten die Hermitage – eines der schönsten Bildermuseen der Welt in Sankt Pertersburg … und dann stand ich plötzlich vor diesem Bild:

Die Farben sprangen einem geradezu an. Ihre Leuchtkraft fand direkt durchs Auge zu einem selbst… Das Motiv als solches berührte mich gar nicht so sehr. Es waren die blauen und roten Striche. Sie flirrten – man fühlte eine Energie. Und man sah zugleich, es war „nur“ Ölfarbe. Ein magischer Moment. Ich dachte: Das ist also ein van Gogh!

Keine Reproduktion kann dieses Erlebnis auch nur annähernd dokumentieren und keine Erzählung kann das Erlebnis ersetzen.

Jede und jeder muss sich selbst einen Zugang zu diesen Bildern verschaffen und zu diesen oft außergewöhnlichen Menschen, die diese hervorgebracht haben.

Drum: Hier fünf weitere, sehr unterschiedliche Angebote um van Gogh näher kennen zu lernen:

Filmtipp
Untertitel einstellen!
Ob das van Gogh gefallen hätte?
Was würde van Gogh wohl heute von seinem Ruhm halten?

Songtext: Vincent

von Don McLean

Starry, starry night
Paint your palette blue and gray
Look out on a summer’s day
With eyes that know the darkness in my soulShadows on the hills
Sketch the trees and the daffodils
Catch the breeze and the winter chills
In colors on the snowy, linen landNow, I understand what you tried to say to me
And how you suffered for your sanity
And how you tried to set them free
They would not listen, they did not know how
Perhaps they’ll listen nowStarry, starry night
Flaming flowers that brightly blaze
Swirling clouds in violet haze
Reflect in Vincent’s eyes of china blueColors changing hue
Morning fields of amber grain
Weathered faces lined in pain
Are soothed beneath the artist’s loving handNow, I understand, what you tried to say to me
How you suffered for your…

Sternennacht 1889